15 Februar 2012

Der innere Lagerist

Natürlich ist es nicht so, dass Dein Unterbewusstsein Dir nur schadet, es führt eine unglaubliche Arbeit durch, um Deine Gedanken und Deine Weltanschauung zu ordnen und ist der Hauptaufbewahrungsort Deiner gewohnten Weltanschauung (GWO, erinnerst Du Dich?).  Alle Erinnerungen und Reaktionen – all das liegt säuberlich geordnet in Deinem inneren Lager.   

Das Unterbewusstsein weiß, dass man sich verbrennt, wenn man etwas Heißes anfasst und dass man losschwimmen und nicht lostrinken sollte, wenn man ins Wasser fällt.

Somit ist Dein Unterbewusstsein gleichzeitig Dein bester Freund und Dein größter Störenfried. Denn wenn das Unterbewusstsein genug Negatives über Dich gesammelt hat, fängt es an, Dich bei all Deinen Vorhaben zu bremsen. Du willst lernen, aber es holt aus dem Lager Deine Worte und gleicht diese mit Deinem Vorhaben ab: „Blödmann, leerer Kopf, denkt nicht und hat zu alledem auch noch ne hässliche Fratze“ – wie soll so jemand überhaupt irgendwas lernen??? Und so kommt es, dass während Du es versucht, Dir etwas Neues anzueignen, jemand Deine Selbsteinschätzung hervorholt und sich weigert das Gelernte zu verstehen! 
Oder wenn Du für ein Foto posierst, kommt Dein Gedanke über die hässliche Fratze auf die Oberfläche – und schon schließt Du halb die Augen und öffnest den Mund – und entsprichst voll und ganz Deinem unterbewussten Selbstbild.

So ein Hinterhalt!

Und hast Du schon mal gemerkt, wie Dich Dein Unterbewusstsein dazu treibt krank zu werden? Was für ein Meisterspiel! Wenn man als Kind krank geworden ist, waren das doch wohl die schönsten Tage überhaupt – keine Hausarbeiten, keiner nervt rum, man soll seine Hausaufgaben machen, all die Wünsche werden sofort erfüllt, man ist im Zentrum der Beachtung, man kriegt Geschenke und Gutenachtgeschichten in rauen Mengen. Ein Fest, das Hand in Hand mit der Krankheit geht. 

Und schon registriert unser Unterbewusstsein diesen tollen Zustand – „krank zu sein ist schön“.

Na, erkennst Du Dich wieder?
©Lyssymussu

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