Alle philosophischen und buddhistischen Lehren besagen, dass wir alles schon
in uns drin haben.
Alles, was wir zum Glücklichsein brauchen.
Alles, was wir brauchen, um vollkommen zu sein.
Aber in Wirklichkeit scheint dieser Gedanke in Vergessenheit geraten zu
sein, denn
- wir glauben etwas zu besitzen nur, wenn wir es in unseren Händen halten.
- wir glauben jemanden zu besitzen nur, wenn wir ihn festhalten.
Dieses Glauben macht uns krank.
Was ist die Bulimie? Bulimie versucht etwas, was in Dir ist, auf die
Oberfläche zu holen, um sicherzustellen, dass Du nicht leer bist.
Was ist die Fresssucht? Du versuchst Deine seelische Leere mit etwas
Physischem zu füllen.
Aber wie kann man es sonst schaffen, sich vollständig zu füllen? Ich brauche
in solchen Fällen immer einen Beweis, etwas Greifbares, dass mein Gehirn
nachvollziehen kann.
Also, wenn ich mich leer fühle, dann denke ich daran, was alles in mir drin
ist - Leber, Lungen, Herz, die ganzen anderen inneren Organe. Und das beweist
ja wohl eindeutig, dass ich nicht leer, sondern wirklich vollständig bin (bis
auf ein paar fehlende Zähne, aber ich will ja nicht kleinlich sein).
Wenn ich das Gefühl brauche, etwas zu besitzen, dann hole ich das teuerste
Paar Schuhe aus dem Schrank, das ich besitze und ziehe sie an. Ich laufe durch
die Wohnung (mögen die Nachbarn unter mir friedlich bleiben) und weiß in solchen
Augenblicken genau, dass ich etwas besitze.
Gut, ich weiß, dass ich vorhin nicht von physischen Besitztümern gesprochen
habe, und dass Schuhe allein nicht glücklich machen (habe ich das etwa
gesagt????).
Ich weiß es, aber ich will damit auf etwas hinaus:
Du bist nie ganz leer, Du bist nie ganz besitzlos.
Vergiss das nicht.
Das Leben ist TROTZDEM schön.
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